AURORA BOREALIS

Im März 2017 reiste ich nach Norwegen, um die Polarlichter zu sehen und vor allem auch zu fotografieren. Dies sei kein einfaches Unterfangen, hörte ich rasch von mehreren Seiten, während ich mitten in den Vorbereitungen stand. Nicht, dass diese tanzenden Lichter technisch unglaublich schwer einzufangen wären, sondern es brauche Glück, dass man diese überhaupt in voller Wucht zu sehen bekomme.

Also achtete ich darauf, dass die Reise um den Neumond herum stattfand, damit der Himmel nachts nicht zu hell war. Weiter musste die Fotoexpedition ziemlich weit nördlich stattfinden, wofür sich das in Nordnorwegen gelegene Tromsø als Ausgangspunkt bestens eignete. Von dort aus sind einige dunkle und abgelegene Orte nachts mit dem Auto gut erreichbar. Ich schaute mehrere Dokumentationen zu diesem Thema und liess meine Vorfreude mit Stefan Siegrists SRF Beiträgen weiter gedeihen. Ich kaufte mir ein Buch mit wichtigen Informationen zur Polarlichtfotografie (Römmelt, Bernd: Polarlichter. Sonnenzauber am Nachthimmel, Knesebeck GmbH & Co. Verlag, München 2016) und durchforstete das Internet nach spannenden Beiträgen.

Bald schon packte ich mein Equipment und überlegte mir genauestens, wie ich etwas Platz einsparen könnte. Weil ich aber ein Auto mieten wollte, musste ich mich wenigstens nicht so sehr um das Gewicht des Kameraequipments kümmern. Schlussendlich bestand meine Ausrüstung aus der Nikon D800 mit Batteriegriff, dem Weitwinkelobjektiv von 14 bis 24mm Brennweite und dem Zoomobjektiv von 24 bis 70mm Brennweite. Da Norwegen nebst den Polarlichtern auch landschaftlich extrem viel zu bieten hat, wollte ich auch am Tag fotografieren. Deshalb nahm ich zusätzlich noch die LEE-Filter (ND Verlauffilter soft 0.6 und SW150 Polariser) mit, die dank dem Superweitwinkel-Filterhalter SW150 MK II auch auf meinen Weitwinkel montiert werden können. Für die Zoomlinse hatte ich den Zirkular-Polfilter mit einem 77mm Gewinde von B + W dabei, sowie einen variablen ND Filter mit demselben Durchmesser von Tiffen. Der Letztere hat eine Lichtkontrolle von 2 bis 8 Blenden. Dieser Filter ist für Langzeitbelichtungen am Tag unerlässlich. Zusätzlich zu den bereits erwähnten Linsen entschied ich mich noch eine weitere Linse mit einer Brennweite von 50mm mitzunehmen, die sehr leicht ist und die ich gerne für Portärts brauche. Da ich mit dieser Linse die Blende bis 1.8 öffnen kann, nahm ich diese zusätzlichen paar Gramm in Kauf. Die Zoomlinse würde diese Brennweite auch abdecken, kreiert aber keine schöne Unschärfe, da unter anderem die Blende nur bis maximal 2.8 geöffnet werden kann. Weiter gehörte ein ML-L3 IR-Fernauslöser dazu, damit nachts die unterschiedlich schnell tanzenden Polarlichter festgehalten werden konnten. Somit konnte ich den Himmel betrachten, ohne dauernd am Sucher der Kamera festzukleben. Nebst dem Aufladegerät und dem Batteriehandgriff besorgte ich mir noch einen zusätzlichen Akku, den ich immer auf mir in der Jackeninnenseite trug. Da die Temperaturen in Nordnorwegen zu dieser Zeit sehr kalt sind, sollten unbedingt genügend Akkus mitgeführt werden. Ebenso durfte mein Reisestativ 290 von Manfrotto mit dem X-PRO Getriebeneiger MHXPRO-3WG nicht fehlen. Eine kleine Nikon Kompaktkamera Coolpix 5000 habe ich eingepackt, um Gelegentlich auch mal Making-Of Fotos erstellen zu können.

Mit dieser Ausrüstung, warmer Kleidung und den Reportagen im Hinterkopf trat ich dann die Reise in den hohen Norden an. Mit der SAS Scandinavian Airlines ging es über Oslo nach Tromsø, das tief verschneit bereits von oben meine Erwartungen zu erfüllen schien. Ich wusste, dass diese Hafenstadt so einiges zu bieten hätte, falls es keine starken Sonnenexplosionen geben würde oder falls es ständig bewölkt sein sollte. Aber damit wollte ich mich noch nicht abfinden – nicht am ersten Abend.

Auf meiner App Norway Lights kontrollierte ich von nun an im Halbstundentakt die Polarlichtvorhersagen für diese Region. Zusätzlich schaute ich auf http://www.aurora-service.eu/aurora-forecast/ was mich in der Nacht erwartete.

Ich hatte Glück – ja sogar Riesenglück: Bereits nach dem Abendessen des ersten Abends begannen die grünen Lichter über Tromsø trotz der Lichtverschmutzung der Stadt zu flackern. Ich war glücklich, nervös, emotional und energiegeladen zugleich. Welch ein wunderschönes Naturschauspiel! Auch die Zeiger der Polarlichtvorhersagen schlugen aus, weshalb ich bereits für den folgenden Abend eine Aurora-Borealis-Safari buchte.

Diese nächtliche Safari werde ich nie wieder vergessen. Ich konnte meine Eindrücke kaum verarbeiten - so schön waren sie. Es war kaum in Worte zu fassen! Weil dieses Naturspektakel etwas vom Schönsten ist, was ich je gesehen habe, möchte ich nun den Bildern das «Wort» übergeben.

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